Heiraten in Deutschland als Ausländer: Unterlagen & Ablauf
Heiraten in Deutschland als Ausländer: welches Standesamt, welche Unterlagen, Ehefähigkeitszeugnis oder Befreiung, Übersetzungen, Fristen und Gebühren.
Das Eventadore-Team11 Min. LesezeitAktualisiert am 26. Oktober 2026
Wer in Deutschland heiraten will, auch als Ausländer, braucht die standesamtliche Trauung: Nur sie macht euch rechtlich zu Eheleuten, eine kirchliche Trauung oder eine freie Trauung kann folgen, hat allein aber keine rechtliche Wirkung. In Deutschland wohnen müsst ihr nicht: Ihr meldet die Eheschließung beim Standesamt an, in dessen Bezirk einer von euch wohnt – oder, wenn keiner von euch hier lebt, dort, wo ihr heiraten wollt –, frühestens sechs Monate vor dem Termin. Wer eine ausländische Staatsangehörigkeit hat, bringt meist Pass, Geburtsurkunde und ein Ehefähigkeitszeugnis aus dem Heimatland mit, oder eine Befreiung durch ein deutsches Oberlandesgericht.
Die Regeln hier sind allgemein, und sie ändern sich: Was ihr genau braucht, entscheidet das Standesamt, das eure Anmeldung bearbeitet. Fragt dort, bevor ihr etwas bestellt.
So funktioniert die Ehe in Deutschland: erst das Standesamt, alles andere freiwillig
Das deutsche Recht kennt eine Ehe nur, wenn ihr beide vor einer Standesbeamtin oder einem Standesbeamten erklärt, dass ihr einander heiraten wollt. Eine religiöse Zeremonie ist freiwillig.
Wer heiraten kann: Ihr müsst beide mindestens 18 sein. Gleichgeschlechtliche Paare können seit Oktober 2017 heiraten, mit demselben Verfahren.
Die Reihenfolge: In der Praxis kommt das Standesamt zuerst. Kirchen wollen meist eure Eheurkunde sehen, und eine freie Trauung kann am selben Nachmittag oder Monate später sein.
Viele Paare halten das Standesamt klein – ihr zwei, Trauzeugen, die engste Familie – und feiern groß mit einer Traurednerin oder einem Trauredner. Unser Artikel zur freien Trauung erklärt diesen Teil.
Welches Standesamt, und wann ihr die Eheschließung anmeldet
Wo: beim Standesamt des Ortes, an dem einer von euch mit Haupt- oder Nebenwohnsitz gemeldet ist. Lebt keiner von euch in Deutschland, beim Standesamt des Ortes, an dem ihr heiraten wollt.
Wann: frühestens sechs Monate vor der Hochzeit. Sobald euch das Standesamt mitteilt, dass nichts im Weg steht, habt ihr sechs Monate Zeit und könnt bei jedem Standesamt in Deutschland heiraten; danach meldet ihr neu an.
Wie: in der Regel beide persönlich, mit Termin. Kann einer von euch nicht kommen, meldet der andere allein an, mit schriftlicher Vollmacht.
Mit ausländischer Beteiligung: Manche Standesämter, etwa in Berlin, verlangen vorher ein persönliches Beratungsgespräch, denn die Unterlagen hängen von euren Staatsangehörigkeiten, früheren Ehen und Geburtsorten ab.
Standesamtliche Trauung: welche Unterlagen Ausländer meist brauchen
Die genaue Liste gibt euch das Standesamt. Diese Unterlagen werden von ausländischen Partnern am häufigsten verlangt:
Ein gültiger Reisepass oder Personalausweis.
Eine Geburtsurkunde. Sie sollte die Namen der Eltern zeigen, und viele Standesämter wollen eine aktuell ausgestellte; ein Taufschein ersetzt sie nicht.
Ein Ehefähigkeitszeugnis aus dem Heimatland, oder die Befreiung, die im nächsten Abschnitt beschrieben ist.
Ein Nachweis des Wohnsitzes: Wer in Deutschland gemeldet ist, eine erweiterte Meldebescheinigung.
Wer schon verheiratet war: die Heiratsurkunde und das rechtskräftige Scheidungsurteil, oder die Sterbeurkunde des verstorbenen Ehepartners.
Wer eingebürgert wurde: die Einbürgerungsurkunde.
Ein deutscher Partner bringt meist den Personalausweis und einen beglaubigten Ausdruck aus dem Geburtenregister mit.
Originale, Übersetzungen und Apostillen
Nur Originale. Urkunden dürfen nicht verändert, gelocht oder laminiert sein.
Übersetzungen muss eine in Deutschland beeidigte Übersetzerin oder ein beeidigter Übersetzer anfertigen; eine Übersetzung aus dem Heimatland wird oft nicht anerkannt.
Eine Apostille oder Legalisation kann nötig sein, je nachdem, welcher Staat die Urkunde ausgestellt hat.
Aus einem anderen EU-Land brauchen Geburts-, Heirats-, Familienstands- und Ehefähigkeitsurkunden keine Apostille, und ein mehrsprachiges Formblatt kann die Übersetzung ersetzen, wie die EU-Seite zu öffentlichen Urkunden erklärt.
Namen in einer anderen Schrift – Arabisch, Griechisch, Kyrillisch, Hebräisch – werden nach internationalen Normen transliteriert; prüft die Schreibweise.
Eine Scheidung im Ausland
Eine ausländische Scheidung muss unter Umständen erst von der Landesjustizverwaltung anerkannt werden. Das entfällt, wenn ein Gericht des Staates geschieden hat, dessen Staatsangehörigkeit beide früheren Eheleute hatten, und bei Scheidungen aus anderen EU-Ländern außer Dänemark. Ist die Anerkennung nötig, kann sie Wochen bis Monate dauern – beginnt also damit.
Das Ehefähigkeitszeugnis und die Befreiung
Ob jemand mit ausländischer Staatsangehörigkeit heiraten darf, richtet sich nach dem Recht des eigenen Landes. Deshalb soll nach § 1309 BGB ein Zeugnis der Heimatbehörde vorliegen, dass nach diesem Recht nichts im Weg steht. Es gilt sechs Monate ab Ausstellung, oder kürzer, wenn es das selbst so angibt.
Viele Staaten stellen eines aus, im Land selbst oder über ihre Botschaft oder ihr Konsulat in Deutschland. Manche, etwa die Vereinigten Staaten, stellen nichts aus, was Deutschland anerkennen kann. Dann beantragt das Standesamt eine Befreiung bei der Präsidentin oder dem Präsidenten des zuständigen Oberlandesgerichts (OLG):
Ihr beantragt sie über das Standesamt, mit der Anmeldung, nie direkt beim Gericht.
Das Gericht prüft das Recht eures Heimatlandes anstelle der Heimatbehörde, anhand der Originalurkunden mit Übersetzung – oft mit einer eidesstattlichen Erklärung zum Familienstand.
Es braucht Zeit: Ein Gericht nennt etwa sechs Wochen ab vollständiger Akte, bei schwierigen Fällen länger. Euer Termin ist erst sicher, wenn die Befreiung erteilt ist.
Die Gebühr richtet sich nach dem Einkommen und liegt derzeit zwischen 15 und 305 €.
Sie gilt sechs Monate, wie das Zeugnis.
Manche brauchen weder das eine noch das andere: anerkannte Flüchtlinge und Staatenlose, die in Deutschland leben, die stattdessen ihren deutschen Reiseausweis vorlegen; wer zusätzlich die deutsche Staatsangehörigkeit hat; und in der Regel gleichgeschlechtliche Paare, weil für die Voraussetzungen ihrer Ehe deutsches Recht gilt. Was für euch gilt, bestätigt das Standesamt.
Wie lange es dauert: ein Zeitplan, der aufgeht
9 bis 12 Monate vorher: Ort wählen, dem Standesamt schreiben, die Location für die Feier buchen.
6 bis 9 Monate vorher: klären, wie ihr das Ehefähigkeitszeugnis bekommt oder was das Gericht stattdessen will; eine nötige Anerkennung der Scheidung beginnen.
5 bis 6 Monate vorher: frische Urkunden bestellen, mit Apostille, wo nötig, und in Deutschland übersetzen lassen.
4 bis 6 Monate vorher: die Eheschließung anmelden – mit Befreiung gleich zu Beginn dieses Fensters.
Sobald das Standesamt bestätigt: Euer Termin steht. Sagt Bescheid wegen Trauzeugen, Dolmetscher und eurem Ehenamen.
Ein Beispiel
Lena ist Deutsche und wohnt in Hamburg; Jonas hat nie in Deutschland gelebt, und sein Land stellt kein Ehefähigkeitszeugnis aus. Sie wollen an einem Freitag im Juni heiraten.
Oktober: Lena schreibt dem Standesamt in Hamburg, das eine Liste für Jonas' Staatsangehörigkeit schickt.
Dezember: Jonas bestellt eine neue Geburtsurkunde mit Apostille und gibt eine eidesstattliche Erklärung ab, dass er ledig ist.
Januar: Eine beeidigte Übersetzerin in Hamburg übersetzt beides. Lena meldet allein an, mit Jonas' Vollmacht, und das Standesamt schickt den Befreiungsantrag ans Gericht.
März: Die Befreiung kommt, das Standesamt bestätigt. Der Termin gehört ihnen.
Juni: Jonas landet mit seinem Pass; sie heiraten um zehn, und um sechs beginnt die Feier.
Die Trauung im Standesamt
Das Rote Rathaus, Berlins Rathaus aus rotem Backstein, vor blauem Himmel
Wo: im Trauzimmer des Standesamts oder an einem Ort, den die Stadt eigens für Trauungen gewidmet hat – ein Schloss, ein Museum, ein Schiff, je nach Stadt. Ein Garten eurer Wahl gehört meist nicht dazu.
Wann: zu einem Termin, den euch das Standesamt gibt. Samstage und Zeiten außerhalb der Öffnungszeiten gibt es in manchen Städten, gegen Aufpreis.
Sprache: Deutsch. Versteht einer von euch nicht genug Deutsch, muss eine beeidigte Dolmetscherin oder ein beeidigter Dolmetscher dabei sein; ihr bucht und bezahlt sie.
Trauzeugen: freiwillig – keiner, einer oder zwei, meist mit Ausweis.
Was passiert: Die Standesbeamtin spricht ein paar Worte, fragt jeden von euch einzeln, ob ihr einander heiraten wollt, und erklärt euch nach eurem beiderseitigen Ja zu Eheleuten. Ihr unterschreibt und könnt die Ringe tauschen. Fragt, wie viele Gäste in den Raum passen und ob Musik und Fotos erlaubt sind.
Danach: Bestellt die Eheurkunde, und eine internationale, wenn ihr sie im Ausland braucht. Klärt, ob euer Heimatland die Ehe auch dort registrieren will.
Wollt ihr danach in Deutschland leben, oder braucht einer von euch ein Visum für die Einreise, ist das ein eigenes Verfahren: Fragt früh bei der deutschen Botschaft oder dem Konsulat.
Euer Ehename in Deutschland
Ihr entscheidet bei der Trauung:
Ein gemeinsamer Nachname: der Geburtsname oder der aktuelle Nachname von einem von euch.
Ein Doppelname: Seit dem 1. Mai 2025 könnt ihr beide einen Doppelnamen aus euren beiden Namen tragen, mit oder ohne Bindestrich. Höchstens zwei Teile.
Eure eigenen Namen behalten: Bestimmt ihr nichts, behält jeder von euch seinen Namen.
Einen gemeinsamen Namen könnt ihr auch später noch bestimmen, mit öffentlich beglaubigter Erklärung. Seit Mai 2025 richtet sich der Name nach dem Recht des Landes, in dem man gewöhnlich lebt, nicht nach der Staatsangehörigkeit, und Eheleute können das Recht eines Staates wählen, dessen Staatsangehörigkeit einer von ihnen hat. Prüft, ob euer Heimatland denselben Namen in den Pass schreibt.
Was das Standesamt kostet
Jedes Land und jede Stadt legt eigene Gebühren fest. Als Beispiel nennen die Berliner Standesämter derzeit:
45 € für Anmeldung und Prüfung, dazu 45 € für jeden Partner, für den ausländisches Recht anzuwenden ist
12 € für eine Eheurkunde, deutsch oder international; 30 € für eine eidesstattliche Versicherung
40 €, wenn ihr bei einem anderen Standesamt heiratet als dem, bei dem ihr angemeldet habt
80 € außerhalb der Öffnungszeiten; 75–150 € außerhalb des Standesamts
Für zwei ausländische Staatsangehörige im Standesamt zu den Öffnungszeiten sind das rund 150 €, plus bis zu 305 € für eine Befreiung. Übersetzungen, Apostillen, Urkunden aus dem Heimatland und Dolmetscher kommen hinzu, und ein besonderer Trauort verlangt oft eigene Miete. Für die Feier selbst: Was eine Hochzeit in Deutschland kostet.
Nach dem Standesamt: Kirche, freie Trauung und die Feier
Eine kirchliche Trauung hat ihre eigene Vorbereitung und eigene Unterlagen, etwa Taufscheine. Sprecht früh mit der Gemeinde.
Eine freie Trauung geht überall, in jeder Sprache, mit euren eigenen Worten. Ihr könnt auf Eventadore Traurednerinnen und Trauredner suchen; mit eurem Datum und eurer Gästezahl zeigt jede Karte, was dieser Tag kostet, alles inklusive.
Auf Eventadore ist der Preis eines Dienstleisters fest, sobald ihr ihn zu eurer Planung hinzufügt, und der Checkout nennt, mit wem ihr den Vertrag schließt: rechtlicher Name, Ort, Land, Unternehmen oder Privatperson. Mit einem Konto gehören zu den kostenlosen Planungswerkzeugen eine Checkliste, die von eurem Datum zurückrechnet, und eine kostenlose Hochzeitswebsite, auf der Gäste aus mehreren Ländern den Tag in ihrer eigenen Sprache lesen.
Häufige Fragen
Können Ausländer in Deutschland heiraten?
Ja. Keiner von euch muss Deutscher sein oder in Deutschland wohnen. Ihr meldet die Eheschließung beim Standesamt an, mit Pässen, Geburtsurkunden und meist einem Ehefähigkeitszeugnis aus dem Heimatland oder einer Befreiung.
Wie lange dauern die Unterlagen?
Rechnet mit drei bis sechs Monaten. Anmelden könnt ihr frühestens sechs Monate vor dem Termin; eine Befreiung braucht etwa sechs Wochen oder mehr, und eine ausländische Scheidung, die anerkannt werden muss, noch länger.
Brauchen wir Trauzeugen auf dem Standesamt?
Nein. Trauzeugen sind freiwillig: keiner, einer oder zwei. Wenn ihr welche habt, fragt das Standesamt, was sie mitbringen müssen.
Kann die standesamtliche Trauung auf Englisch sein?
Die Trauung findet auf Deutsch statt. Versteht einer von euch nicht genug Deutsch, muss eine beeidigte Dolmetscherin oder ein beeidigter Dolmetscher dabei sein, den ihr bucht und bezahlt. Manche Standesbeamte sprechen vielleicht ein paar Worte auf Englisch; fragt bei der Anmeldung.
Ist eine kirchliche oder freie Trauung in Deutschland rechtsgültig?
Nein. Nur die Erklärung vor dem Standesamt macht euch zu Eheleuten. Eine kirchliche oder freie Trauung kann am selben Tag oder später folgen.
Können gleichgeschlechtliche Paare in Deutschland heiraten?
Ja, seit Oktober 2017, mit derselben Anmeldung bei denselben Standesämtern. Ob euer Heimatland die Ehe anerkennt, hängt von dessen Recht ab – klärt das vorher.