Tamada wedding host: what a tamada does and what it costs
What is a tamada? The wedding host from the Georgian feast table: what a tamada does today, how they work with a DJ or band, and what one costs in 2026.
The Eventadore team11 min readUpdated 26 October 2026
Ein Tamada ist der Gastgeber, der eine Hochzeit durch den Abend führt: Er spricht die Trinksprüche, hält das Programm zusammen, holt Eltern, Trauzeugen und Gäste im richtigen Moment ans Mikrofon und sorgt dafür, dass zwei Familien an einem Tisch ankommen. Die Rolle stammt von der georgischen Festtafel und wurde in den Ländern der früheren Sowjetunion zum Hochzeitsmoderator, den viele russisch-, ukrainisch- und kasachischsprachige Familien auch in Deutschland buchen. Für einen Abend kostet ein Tamada 2026 grob 500 bis 2.500 €, zusammen mit einem DJ meist 1.900 bis 4.500 €.
Ein guter Tamada spult kein festes Programm ab: Er fragt nach euren Familien und richtet den Abend nach euch aus — auch wenn die Hälfte der Gäste kein Russisch spricht.
Woher der Tamada kommt: die georgische Festtafel
In Georgien heißt das festliche Mahl Supra, wörtlich „Tischtuch“. Jede Supra hat einen Tamada, der die Trinksprüche ausbringt und ihre Reihenfolge bestimmt. Bei einem Essen zu Hause ist das oft der Gastgeber; für eine Hochzeit wählt die Familie lange vorher einen Verwandten oder Freund, der als klug, wortgewandt und respektiert gilt. Bezahlt wird er dafür nicht. Es ist eine Ehre.
Die Trinksprüche folgen festen Themen, deren Reihenfolge je nach Region und Familie etwas anders ist: der Frieden und der Anlass, die Eltern und die Vorfahren, die Verstorbenen, die Kinder, die Mütter, die Freundschaft. Der Tamada eröffnet ein Thema, dann darf ein Gast es mit eigenen Worten weiterführen — das nennt man Alaverdi. Auf die Verstorbenen trinkt man im Stehen, schweigend und ohne anzustoßen; am Ende stoßen alle auf den Tamada selbst an. Die nationale Tourismusbehörde Georgiens beschreibt die Supra als Ritual des Teilens, bei dem ein Trinkspruch zwischen Lob und Bitte steht, fast wie ein Gebet.
In der Altstadt von Tiflis steht die Bronzefigur eines Mannes mit Trinkhorn, die alle nur „Tamada“ nennen; ihr Vorbild ist eine kleine antike Statuette aus Westgeorgien. Die Rolle ist also sehr alt — und sie war immer mehr als Unterhaltung.
Vom georgischen Tisch zur Hochzeit in Deutschland
Von Georgien aus hat sich das Wort in den Ländern der früheren Sowjetunion verbreitet. In Russland, der Ukraine, Belarus oder Kasachstan wurde der Tamada zum gebuchten Gastgeber der Hochzeit. Er übernahm, was in der alten russischen Dorfhochzeit der Druschka getan hatte, der Freund des Bräutigams, der die Bräuche anleitete und zwischen den Familien vermittelte. In kasachischen Familien sagt man oft auch Asaba.
Mit den Familien, die aus diesen Ländern nach Deutschland kamen, kam auch der Tamada. Bei deutsch-russischen, ukrainischen oder kasachischen Hochzeiten ist er oft die wichtigste Person nach dem Brautpaar. Traditionell war der Tamada ein Mann; heute führen oft auch Frauen durch den Abend.
Weil das Wort nach peinlichen Spielen klingen kann, nennen sich viele lieber Hochzeitsmoderator oder Moderatorin. Gemeint ist dasselbe: jemand, der den Abend führt, nicht jemand, der ihn an sich reißt.
Was macht ein Tamada auf der Hochzeit?
Ein Tamada ist Regisseur, Gastgeber und oft auch Übersetzer des Abends:
Begrüßung: Er empfängt die Gäste, stellt Paar und Familien vor und sagt, was der Abend bringt.
Trinksprüche und Reden: Er bringt selbst Toasts aus, kündigt Eltern, Trauzeugen und Freunde an und achtet darauf, dass niemand vergessen wird und niemand zu lange spricht.
Der Rhythmus: Er stimmt sich mit Küche, Service, DJ und Fotografin ab, damit Gänge, Eröffnungstanz und Torte zur richtigen Zeit kommen.
Bräuche und Unterhaltung: vom Empfang mit Brot und Salz bis zu Spielen und Überraschungen von Freunden.
Die Stimmung: Er merkt, wann ein Tisch abhängt oder ein Onkel das Mikrofon nicht mehr hergeben will, und löst das freundlich.
Familienmomente und Bräuche
Viele Bräuche kommen aus der russischen, ukrainischen oder belarussischen Tradition. Welche davon vorkommen, entscheidet ihr mit euren Familien:
Brot und Salz: Die Eltern empfangen das Paar mit dem Hochzeitsbrot Karawai, oft auf einem bestickten Tuch. Wer das größere Stück abbeißt, hat, so heißt es scherzhaft, im Haus das Sagen.
„Gorko!“: Die Gäste rufen „bitter!“, und das Paar küsst sich, bis es wieder süß schmeckt — alle zählen laut mit.
Dank an die Eltern: ein Trinkspruch, ein Lied oder ein Tanz, oft der bewegendste Moment des Abends.
Gedenken: ein stiller Moment für die, die nicht mehr da sind — nur wenn ihr ihn wollt.
Der Familienherd: Die Mütter geben die Flamme ihrer Kerzen an das Paar weiter, das damit seine eigene Kerze anzündet.
Die Gratulation: Die Gäste kommen nacheinander nach vorn, sagen ein paar Worte und übergeben ihr Geschenk.
Eine festlich gedeckte Hochzeitstafel am Abend mit hohen weißen Kerzen, Teelichtern, Blumen und einem Glas Rotwein
Bei kasachischen Hochzeiten gehört oft das Betaschar dazu, das Entschleiern der Braut mit einem Lied; bei georgischen bleibt der Tamada vor allem der Herr der Trinksprüche. Ein guter Moderator fragt, was eure Familien kennen, statt euch ein Standardprogramm zu verkaufen.
Spiele: ja, aber eure
Für manche Gäste gehören Spiele dazu, andere zucken bei „Tamada“ genau deshalb zusammen. Legt selbst fest, was passiert: Zwei oder drei kurze Spiele, bei denen alle Generationen mitmachen können, sind meist genug — etwa ein Quiz über das Paar oder der gestohlene Brautschuh, den der Bräutigam zurückkaufen muss. Niemand sollte gegen seinen Willen nach vorn geholt oder bloßgestellt werden. Und niemand muss bei jedem Toast trinken: Ein Glas Wasser zählt genauso, und ein guter Tamada sagt das auch laut.
Zweisprachig durch den Abend
Spricht eine Familie Russisch und die andere Deutsch, ist ein zweisprachiger Tamada oft der eigentliche Grund für die Buchung. Gut gemacht heißt das nicht, jeden Satz zu übersetzen: Ein erfahrener Moderator wechselt die Sprache, fasst Reden kurz in der anderen zusammen und wählt Witze, die in beiden funktionieren. Die Oma versteht die Rede des Trauzeugen, und die Kollegen aus dem Büro fühlen sich nicht wie Gäste auf einer fremden Feier. Lasst euch eine Aufnahme zeigen, auf der man das hört.
Ein Abend mit Tamada: ein Beispielablauf
Lena und Jonas heiraten mit 120 Gästen, das Standesamt ist am Mittag, die Feier in einem Saal. Lenas Familie kam aus Kasachstan nach Deutschland, Jonas' Familie spricht nur Deutsch.
17:00 Die Eltern empfangen das Paar mit Brot und Salz, der Tamada begrüßt in beiden Sprachen, Sektempfang.
18:00 Einzug in den Saal, erster Trinkspruch, Worte der Eltern beider Seiten.
18:30 Vorspeisen; der Tamada stellt die Familien vor.
19:30 Hauptgang, danach die Reden der Trauzeugen.
20:30 Eröffnungstanz und erste Tanzrunde.
21:15 Gratulation, Tisch für Tisch am Mikrofon.
22:15 Familienmoment: Dank an die Eltern, der Familienherd.
22:45 Zwei kurze Spiele, dann die Tanzfläche.
23:30 Torte.
02:00 Letztes Lied.
Rechnet für die Gratulation bei 120 Gästen mit 45 bis 60 Minuten; viele Tamadas teilen sie in zwei Runden. Den ganzen Tag plant ihr mit dem Ablauf für den Hochzeitstag, Stunde für Stunde und haltet ihn in eurer Planung im Werkzeug Ablauf fest.
Tamada mit DJ oder Band
Jede Ansage, jedes Spiel und jeder Familienmoment braucht einen musikalischen Einsatz. Viele Tamadas arbeiten deshalb als festes Duo mit einem DJ, der ihre Abläufe kennt; als Paket ist das oft günstiger als zwei einzelne Buchungen. Habt ihr schon einen DJ für eure Hochzeit, geht es genauso gut. Dann klärt:
wer die Mikrofone und die Technik stellt;
welche Musik zu welchem Programmpunkt läuft, als Liste mit Uhrzeiten;
wer ansagt, damit nicht beide gleichzeitig reden;
ein gemeinsames Telefonat ein bis zwei Wochen vorher.
Mit einer Band passt ein Tamada besonders gut: Ihre Pausen sind genau die Zeit für Reden, Gratulationen und Spiele. Wie ihr wählt, steht in DJ oder Band für die Hochzeit? Passende Hochzeits-DJs und Live-Bands findet ihr in der Suche.
Was kostet ein Tamada?
Grobe Richtwerte für Deutschland 2026, für einen Abend von etwa 6 bis 10 Stunden:
Tamada allein, einsprachig, wenig Erfahrung: 500 bis 1.000 €.
Erfahrener Tamada, zweisprachig, mit Konzept, Vorgesprächen und Requisiten: 1.200 bis 2.500 €.
Sehr gefragte Moderatoren an einem Samstag in der Saison: 3.000 € und mehr.
Tamada und DJ als Duo, mit Ton und Licht: 1.900 bis 4.500 €.
Tamada mit Live-Band: etwa 4.500 bis 7.000 €.
Jede weitere Stunde: oft 150 bis 400 €, für ein Duo eher am oberen Ende.
Den Preis bewegen der Tag (ein Samstag zwischen Mai und September ist am teuersten), die Stunden, die Sprachen, die Erfahrung, die Anfahrt und die Technik. Fragt, ob Vorgespräche und ein Programmentwurf dazugehören und ob der Preis brutto ist. Wie das in euer Budget passt, zeigt Was kostet eine Hochzeit in Deutschland?
Rechenbeispiel: Tamada und DJ an einem Samstag im August
Lena und Jonas buchen ein zweisprachiges Duo für 9 Stunden, von 17 bis 2 Uhr, mit Ton, Licht und zwei Vorgesprächen:
Duo-Paket, 9 Stunden: 3.000 €
Anfahrt: 90 km, davon 50 km inklusive, danach 0,70 € pro km, hin und zurück 80 km: 56 €
Geplant sind 3.056 €. Feiern die beiden bis 4 Uhr, kommen zwei Stunden zu je 300 € dazu: 3.656 €. Sie legen 3.700 € zurück und bestellen beim Caterer zwei Dienstleisteressen.
Auf Eventadore steht diese Rechnung schon auf der Karte: Mit eurem Datum und eurer Gästezahl zeigt jeder Anbieter in der Suche nach Moderatoren, was euer Tag bei ihm kostet, Anfahrt inklusive; ohne Datum seht ihr eine Preisspanne. Sobald ihr jemanden zu eurer Planung hinzufügt, ist der Preis festgeschrieben und wird nie neu verhandelt — der Tamada sagt nur, ob er frei ist.
So brieft ihr euren Tamada
Ein Tamada ist nur so gut wie das, was er über euch weiß. Plant ein ausführliches Vorgespräch zwei bis drei Monate vorher und ein kurzes zwei Wochen vor der Hochzeit. Bringt mit:
Namen und Aussprache von Paar, Eltern, Großeltern, Trauzeugen und Geschwistern.
Wer zu wem gehört: Stiefeltern, getrennte Eltern, die Patentante aus Almaty. Wer weiß, dass Jonas' Eltern geschieden sind, holt sie nicht gemeinsam für ein Spiel nach vorn.
Wer spricht: alle Reden mit Reihenfolge und ungefährer Länge.
Was tabu ist: Ex-Partner, Geld, Aussehen, Kinderwunsch — und Politik, auch alles, was zwischen Familien aus verschiedenen Ländern gerade schmerzt.
Verstorbene: ob ihr ein Gedenken wollt, und mit welchen Worten.
Bräuche, Spiele, Sprachen: was ja, was nein, und welche Reden zusammengefasst werden.
Ablauf und Kontakte von Location und Caterer.
Bittet um einen schriftlichen Programmentwurf und lest ihn zu zweit. Was euch beim Lesen unangenehm ist, wird es vor 120 Gästen erst recht.
So findet ihr den richtigen Tamada
Erst Datum, Saal und Gästezahl. Für einen Samstag in der Saison fragt 9 bis 12 Monate vorher an.
Sucht nach Sprache. Moderatoren geben auf ihrem Profil an, in welchen Sprachen sie arbeiten, und in der Suche könnt ihr danach filtern.
Schaut ganze Abende, keine Showreels. Fragt nach längeren Aufnahmen echter Hochzeiten, auf denen man hört, wie jemand Reden ankündigt und die Sprache wechselt.
Lest Bewertungen von Paaren. Auf Eventadore bewerten nur Paare, die gebucht haben und deren Hochzeit schon stattgefunden hat; einen Platz weiter oben kann niemand kaufen.
Führt ein Gespräch. Fragt jemand nach euren Familien — oder erzählt er nur von seinen Spielen?
Fragt dabei: Moderierst du selbst? Wie viele Stunden sind enthalten? Arbeitest du mit eigenem DJ? Wer kommt, wenn du krank wirst? Mehr steht in den Fragen an Hochzeitsdienstleister.
Schreiben könnt ihr jedem Moderator direkt von seinem Profil aus; Telefonnummern und Links bleiben verborgen, bis eine Buchung bezahlt ist. Beim Reservieren wird eine Buchungsgebühr auf eurer Karte vorgemerkt und erst abgebucht, wenn der Tamada zusagt — bei einer Hochzeit in mehr als zwei Wochen innerhalb von 72 Stunden. Die Gebühr steckt schon im Preis, Anzahlung und Rest zahlt ihr direkt an ihn: So funktioniert das Bezahlen.
Häufige Fragen zum Tamada auf der Hochzeit
Was ist ein Tamada?
Der Gastgeber, der durch eine Feier führt: Er spricht die Trinksprüche, kündigt Reden an, begleitet Bräuche und hält den Abend zusammen. Die Rolle stammt von der georgischen Festtafel, der Supra; bei vielen Hochzeiten in Deutschland ist er heute ein gebuchter Moderator.
Ist ein Tamada dasselbe wie ein Hochzeitsmoderator?
Fast. Ein Tamada kennt zusätzlich die Bräuche russisch-, ukrainisch- oder kasachischsprachiger Familien, bringt Trinksprüche und Familienmomente mit und moderiert oft in zwei Sprachen. In Georgien selbst ist er meist ein Verwandter oder Freund, der dafür nicht bezahlt wird.
Was kostet ein Tamada für die Hochzeit?
Als grobe Richtwerte für 2026 etwa 500 bis 2.500 € für einen Abend, sehr gefragte zweisprachige Moderatoren an Sommersamstagen auch mehr. Mit einem DJ liegen Pakete meist bei 1.900 bis 4.500 €, jede weitere Stunde bei 150 bis 400 €.
Wie früh sollten wir einen Tamada buchen?
Sobald Datum und Location feststehen. Für einen Samstag zwischen Mai und September sind 9 bis 12 Monate ein guter Vorlauf, weil ein Tamada jeden Abend nur einmal vergeben kann. Für Freitage, Sonntage oder den Winter geht es oft kurzfristiger.
Müssen wir Spiele und Bräuche mitmachen?
Nein. Ihr entscheidet, was vorkommt, und ein guter Tamada richtet sich danach. Manche wollen zwei kurze Spiele, andere nur Trinksprüche, Reden und Tanz.
Lohnt sich ein Tamada, wenn nur eine Familie Russisch spricht?
Gerade dann. Ein zweisprachiger Tamada sorgt dafür, dass beide Familien die Reden verstehen und sich niemand wie ein Zuschauer fühlt. Lasst euch an einer Aufnahme zeigen, dass er in beiden Sprachen frei moderiert.